Venengesundheit während der Schwangerschaft – Ursachen, Auswirkungen und Kompressionstherapie

Venengesundheit während der Schwangerschaft – Ursachen, Auswirkungen und Kompressionstherapie

Schöne und gesunde Beine – während und nach der Schwangerschaft

Spätestens wenn die ersten Turbulenzen überwunden sind macht eine Schwangerschaft schön. Das Haar ist voll und glänzend und die Haut wird glatt und prall. Leider gibt es auch weniger schöne Begleiterscheinungen, dazu gehören oftmals Schweregefühle und Schwellungen in den Beinen. Mit Stütz- und Kompressionsstrumpfhosen gehen Sie leichtfüßig durch diese aufregende Zeit.

Hormone steuern die Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft und erst recht bei der Geburt vollbringt der weibliche Körper Höchstleistungen. Neben dem Offensichtlichen finden innerhalb des Körpers weitere, nicht sichtbare aber dennoch bedeutsame Veränderungen statt. Alle diese Vorgänge greifen ineinander und sind notwendig für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, die Entwicklung des Kindes, ermöglichen schließlich den Geburtsvorgang und bauen Reserven für die Zeit danach auf. Auslöser sind die Schwangerschaftshormone, die mit dem Blutkreislauf durch den Körper zirkulieren.

Vieles verändert sich – auch das Blut und die Blutgefäße

Mit dem Beginn der Schwangerschaft entwickelt sich an der Gebärmutterwand ein neues Organ, die Plazenta, in der neue Blutgefäße entstehen. Verbunden mit dem mütterlichen Kreislauf und der Nabelschnur sorgt die Plazenta für die Ernährung und den Stoffwechsel des Ungeborenen und schützt es vor Schadstoffen. Außerdem produziert sie Hormone, die die Schwangerschaft aufrechterhalten und später die Geburt einleiten. In dieser Zeit werden Muskeln und Sehnen elastischer und nachgiebiger, ebenso werden die Gelenke beweglicher damit das Kind wachsen kann und der Körper der Mutter für die enormen Anstrengungen der Geburt gewappnet ist.
Auch das Bindegewebe verändert sich und wird lockerer. Schon während der Schwangerschaft wird mehr Fett eingelagert als Energiereserve für die Stillzeit. Außerdem muss das Bindegewebe aus den Blutgefäßen mehr Flüssigkeit aufnehmen, speichern und verstoffwechseln, denn im Bindegewebe befinden sich wichtige Abwehrzellen.
Im Verlauf der Schwangerschaft produziert der Körper bis zu 40% mehr Blut, das durch die Blutgefäße, also auch durch die Venen, transportiert werden muss. Die Zusammensetzung des Blutes ändert sich ebenfalls und zwar dahingehend, dass der Anteil der Blutflüssigkeit (Blutplasma) zunimmt. Zur Aufnahme der größeren Blutmenge und wegen der veränderten Bluteigenschaften weiten sich die Venenwände. Außerdem werden sie durchlässiger, damit sowohl der Stoffwechsel im Bindegewebe als auch der Flüssigkeitsaustausch zwischen den Blutgefäßen und den umliegenden Geweben stattfinden kann.

Die Beinvenen leisten jetzt Mehrarbeit

Ca. 85% der gesamten Blutmenge befindet sich in den Venen und, der Schwerkraft gehorchend, ein Großteil davon in den Beinvenen. Durch die größere Blutmenge erhöht sich der Innendruck auf die während der Schwangerschaft weit gestellten Venenwände. Gleichzeitig verringert das gelockerte Bindegewebe den Außendruck auf die Venen. Beine und Füße müssen mehr Gewicht tragen und zusätzlich behindert die sich vergrößernde Gebärmutter den Blutrückfluss aus den Beinvenen. Unter diesen Bedingungen können auch gesunde Venen in Ihrer Arbeit beeinträchtig werden. Bei langem Stehen oder Sitzen versackt das Blut in den Beinen und die ohnehin geweiteten Venenwände werden überdehnt. Dadurch können sich die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und es kommt zu einem Blutstau. Die Beine fühlen sich müde und schwer an. Zudem tritt durch den Blutrückstau vermehrt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus und verursacht Ödeme.
Wird nicht rechtzeitig vorgebeugt, können sich aus den gelegentlich auftretenden Beschwerden ernsthafte Probleme entwickeln. Eine verhinderte Blutzirkulation in den Beinvenen begünstigt das Entstehen von Krampfadern und erhöht das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken.

Mit Bewegung geht alles besser

Die besten und dazu noch völlig nebenwirkungsfreien Methoden der Vorbeugung und gegebenenfalls der Behandlung von Venenerkrankungen sind viel Bewegung und das Tragen von Strümpfen mit Kompressionswirkung. Bewegung ist jetzt besonders wichtig, also treiben Sie Sport wie Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder gehen Sie einfach viel spazieren. Außerdem können Sie bei der Schwangerschaftsgymnastik oder beim Yoga für Schwangere Ihre neu erworbene Gelenkigkeit genießen.
Haben Sie bei der Arbeit wenig Gelegenheit sich zu bewegen, helfen Fußwippen, Fußkreisen, Zehen krallen und strecken, Wechseln des Standbeins etc., die Muskel-Venen-Pumpe zu aktivieren. Pausen sollten Sie nutzen, um die Beine hoch zu legen. Unter Umständen können spezielle Venentrainer oder Venenkissen Sie an regelmäßiges Training und häufige Entlastung der Beine erinnern und Ihnen bei der Ausführung helfen.
Auf ausgedehnte Sonnenbäder und Saunagänge sollte verzichtet werden, da die intensive Wärme die Venen zusätzlich weitet. Dagegen bringen Wechselduschen den Kreislauf und die Venen in Schwung, steigern die Durchblutung und stärken das Bindegewebe. Weitere nützliche Tipps und Übungen zur Förderung der Venengesundheit finden Sie in unserem Magazin-Artikel zur Venengymnastik.

Stützstrumpfhosen halten die Beine fit und beugen Venenleiden vor

Mit dem Tragen von Stützstrumpfhosen unterstützen Sie die Beinvenen dauerhaft und optimal. Damit die Beine fit und gesund bleiben, sollten Sie Stützstrumpfhosen und Stützstrümpfe schon in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zum Bestandteil Ihres Outfits machen. Stützstrümpfe üben einen wohldosierten leichten, aber permanenten Druck auf das Bindegewebe und die Muskulatur aus.
Stützstrümpfe sind ausschließlich für die Prophylaxe von Venenleiden vorgesehen, funktionieren jedoch nach dem gleichen Prinzip wie die Kompressionsstrümpfe. Im Fesselbereich ist der Andruck am stärksten und nimmt, dem Blutstrom folgend, nach oben hin ab. Die Venenklappen werden in ihrer Arbeit unterstützt und unterbinden einen Rückstau des venösen Blutes. Durch den anhaltenden Druck wird auch die Ansammlung von zu viel Flüssigkeit im Bindegewebe vermieden. Schweregefühle und Schwellungen in den Beinen werden so verhindert und dem Entstehen von Krampfadern und Thrombosen wirksam vorgebeugt. Da Stützstrumpfhosen auch das Bindegewebe stützen und bei jeder Bewegung leicht massieren, können sie zusätzlich dem Entstehen von Schwangerschaftsstreifen leicht entgegenwirken. Neben ihren unterstützenden Eigenschaften haben Stützstrumpfhosen auch eine leichte Formwirkung und kaschieren durch ihre besondere Strickart kleine Unregelmäßigkeiten.
Moderne Stützstrumpfhosen für Schwangere oder Umstandsstrumpfhosen sind keineswegs umständlich. Sie sind trageangenehm und pflegeleicht. Es gibt sie in vielen Ausführungen von transparent und edel schimmernd bis rustikal und blickdicht. Die Farbpalette reicht von klassisch-dezent bis zu kräftigen Farben, so dass für jeden Anlass, jede Laune, jeden Geschmack und jede Wetterlage etwas dabei ist.
Nach der Entbindung braucht der Körper einige Zeit, um auf sich auf die erneut veränderte Situation einzustellen. Bewegungsmangel ist in dieser Zeit eher nicht zu erwarten. Dennoch sollten Sie auch in der Rückbildungsphase nicht auf die wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung Ihrer Stützstrumpfhosen verzichten.

Bei Venenleiden sind Kompressionsstrümpfe ein „Muss“

Hatten oder haben sie bereits Krampfadern oder eine Thrombose, wird dieses im Mutterpass vermerkt. Wenn die Wirkung von Stützstrümpfen Beschwerden wie Ödeme oder Schweregefühl nicht oder nur geringfügig lindert, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt informieren. Diese Anzeichen können ein Hinweis darauf sein, dass sich ein Venenleiden anbahnt. In solchen Fällen wird der Arzt das Tragen von Kompressionsstrümpfen verordnen.
Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsstrumpfhosen dienen der Behandlung von Venenerkrankungen. Für Schwangere mit Venenproblemen ist diese Art der Behandlung besonders sinnvoll, weil Kompressionsstrümpfe häufig als alleinige Therapie eingesetzt werden. Auf die Einnahme von Medikamenten kann deshalb in den meisten Fällen verzichtet werden. Kompressionsstrümpfe können vom Arzt verschrieben werden und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Schwangere sind von einer Zuzahlung befreit. Da Kompressionsstrümpfe täglich getragen werden sollen, haben Patienten bei jeder Verschreibung Anspruch auf zwei Paar Strümpfe. Kompressionsstrümpfe sind in vier genormte Kompressionsklassen eingeteilt. Daher muss bei der ärztlichen Untersuchung die Kompressionsklasse ermittelt werden. Durch den ausgeübten Druck wird die Muskel-Venen-Pumpe sowie die Funktion der Venenklappen optimal unterstützt. Die Druckverteilung verläuft vom Fesselbereich aus abnehmend nach oben. Damit die Strümpfe gut sitzen und der Druck richtig verteilt wird, müssen die Beine an festgelegten Messpunkten vermessen werden. Bei den Größenangaben für Kompressionsstrümpfe werden diese Messpunkte berücksichtigt.
Kompressionsstrumpfhosen für die Schwangerschaft sind durch spezielle Herstellungsverfahren und Materialzusammensetzungen auf „Zuwachs“ gearbeitet. Moderne Kompressionsstrümpfe und Kompressionsstrumpfhosen sind wegen der Verwendung sehr feiner Materialien optisch kaum von herkömmlichen Strümpfen zu unterscheiden. Sie sind hautfreundlich, atmungsaktiv und pflegeleicht. Es stehen viele unterschiedliche Ausführungen, passend für jede Gelegenheit, zur Verfügung. Ebenso gibt es eine große Farbauswahl, denn gutes Aussehen ist auch während der Schwangerschaft ein entscheidender Wohlfühlfaktor.
Ob Sie nach der Entbindung weiterhin Kompressionsstrümpfe tragen sollten, muss im Zweifelsfall der Arzt entscheiden. Nach einem Kaiserschnitt oder hohem Blutverlust während der Entbindung ist das Tragen ohnehin angeraten, denn es besteht für einige Zeit ein erhöhtes Thromboserisiko. Auch nach der Entbindung wird das Tragen von Kompressionstrümpfen oftmals als angenehm und entlastend für die Beine empfunden. Sollte das Anziehen Probleme bereiten können Sie Anziehhilfen verwenden, um bequem in den Strumpf bzw. die Strumpfhose zu kommen. Auch Anziehhilfen können vom Arzt verordnet werden.

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