Wie finanziere ich einen Rollator?

Egal ob durch eine Krankheit, einem Unfall oder durch das fortschreitende Alter, ein Rollator benötigt fast jeder Mensch einmal in seinem Leben. Diese Gehhilfen sind sehr praktisch, jedoch oftmals nicht sehr preiswert, wenn man auf gute Qualität sowie Sicherheit achtet. Zum Glück übernehmen die meisten Krankenkassen einen Teil oder sogar die gesamten Kosten. Es kann aber vorkommen, dass die Krankenkassen nur gebrauchte oder alte Rollatoren zur Verfügung stellen. Das heißt nicht, dass diese schlecht sind, doch es kann vorkommen, dass die Rollatoren nicht über die neuesten Sicherheitsausstattungen verfügen oder nicht optimal für Ihre Bedürfnisse und auf Sie eingestellt sind. Lesen Sie im Folgenden, was Sie beim Kauf eines Rollators alles beachten müssen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Rollator?

In etwa 98 Prozent aller Fälle, in denen ein Rollator vom Arzt verschrieben wird, übernimmt die Krankenkasse die Finanzierung. In der Regel wird Ihnen dann ein Rollator im Wert zwischen 80 und 150 Euro zur Verfügung gestellt. Sie tragen lediglich die gesetzliche Zuzahlung, welche etwa zehn Prozent des Abgabepreises (mindestens fünf, höchstens zehn Euro) beträgt. Meist sind die Rollatoren der Krankenkassen günstige Standardmodelle, sodass der Nutzer weder bei Farbe, Modell und Aussehen mitentscheiden kann, noch die Entscheidung treffen kann, ob ein gebrauchter oder neuer Rollator gestellt wird. Für die Krankenkassen kommt es nicht auf ästhetische Gründe, wie die Entscheidung zwischen rot und schwarz, sondern auf die medizinische Notwendigkeit an. Bei bestimmten Krankheitserscheinungen, wie z. B. Einschränkungen in Arm oder Hand, halbseitige Lähmung oder das Fehlen von motorischen Fähigkeiten, wird ein Sondermodell angeboten. Falls der Rollator zu schwer zu handhaben ist und Sie ihn gar nicht nutzen können, können Sie begründet Widerspruch einreichen.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Zuzahlung zum gewünschten Rollatormodell. Nicht jede Krankenkasse ist damit einverstanden, aber nachfragen können Sie immer. Dafür wird dann die Differenz zu der oben genannten Pauschale errechnet.

Ein Beispiel: Sie wünschen sich einen qualitativ sehr hochwertigen, sehr gut handhabbaren und modernen Rollator der Marke TOPRO. Sie entscheiden sich für den Stiftung Warentest Testsieger 2019, den Topro Troja 2G Premium Rollator. Dieser kostet bei ClaraVital 410,99 Euro. Ihre Krankenkasse übernimmt 150 Euro, sodass Sie selber nur noch 260,99 Euro dazu zahlen müssen.

 

 

Zusammengefasst haben Sie also drei Möglichkeiten, wie Sie sich einen Rollator finanzieren können:

  1. Der selbstständige Kauf, bei dem Sie die gesamten Kosten alleine tragen.
  2. Die vollständige Kostenübernahme durch die Krankenkasse für ein Standardmodell.
  3. Die Zuzahlung zu Ihrem Wunschmodell bei einer teilweisen Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Welche Variante die Beste für Sie ist, hängt von den eigenen Bedürfnissen und der finanziellen Lage ab. Wichtig ist vor allem, dass die Gehhilfe zu Ihrem Krankheitsbild passt und auf Ihre Anforderungen optimal abgestimmt ist.

Tipp: Achten Sie bei der Ausstellung des Rezepts darauf, dass auf dem Papier nicht nur Rollator steht. Überlegen Sie sich im Voraus, welche bestimmten Bedürfnisse und damit verbundenen Anforderungen Sie haben, damit der Arzt dies beim Ausfüllung des Rezeptes berücksichtigen kann. Sie können sich ebenfalls mit dem Arzt beraten, welches das beste Modell für Sie ist.

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, damit die Krankenkasse die Kosten für Ihren Rollator übernimmt?

Damit die Krankenkasse die Finanzierung eines Rollators übernimmt, müssen Sie einige Anforderungen erfüllen. Die Kasse unterstützt die Finanzierung eines Rollators nur bei einer medizinischen Notwendigkeit:

  • Ihre Mobilität lässt nach und schränkt Sie ein
  • Gehen ohne Stütze bereitet Ihnen Probleme
  • Das Tragen der Einkäufe ist zu mühsam
  • Sie hatten einen Unfall und sind (vorübergehend) auf einen Rollator angewiesen
  • Sie haben eine bestimmte Krankheit

Gibt es Zuschüsse, wenn ich einen zweiten Rollator brauche?

In den meisten Fällen reicht ein einziger Rollator nicht aus. Oft wird ein zweiter Rollator für die Wohnung gebraucht, da diese kleiner und leichter sind. Somit benötigen Sie weniger Kraft beim Laufen und schonen Ihre Kräfte. Kleine Hindernisse, wie z. B. Türschwellen oder Teppiche sind mit dem Wohnungs Rollator leichter zu bewältigen und auch der kleine Wendekreis ist ideal für enge Stellen wie die Türen in der Wohnung. Zusätzlich sind Indoor-Rollatoren platzsparender, als normale Rollatoren. ClaraVital empfehlt Ihnen den Indoor-Rollator Roomba von Drive Medical. Da ein Zweit-Rollator aber nicht als medizinisch notwendig gilt, übernimmt die Krankenkasse in diesem Fall keine Kosten. 

Haben Rollatoren eine HMV-Nr. (Hilfsmittelverzeichnisnummer)?

Die Hilfsmittelverzeichnisnummer ist wichtig, falls Sie einen Rollator online oder im Fachhandel, welcher selbst nicht mit der Krankenkasse abrechnet, erwerben wollen. Die Krankenkasse fordert diese Nummer ein, wenn eine Kostenübernahme angefragt wird. Das Hilfsmittelverzeichnis beinhaltet eine Aufzählung aller Hilfsmittel, deren Kosten bei Bedarf von den Versicherungen übernommen werden. Diese Hilfsmittel werden als verordnungsfähig eingestuft, wenn sie bestimmten Qualitätsstandards entsprechen. Die Hilfsmittelnummer finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei Ihrem Sanitätshaus. Bei ClaraVital finden Sie die Hilfsmittelverzeichnisnummer direkt in der Produktbeschreibung, sofern der Artikel eine solche besitzt.

Für weitere Informationen rund um das Thema Mobilität besuchen Sie gerne unseren Mobilitäts-Ratgeber. Hier finden Sie unter anderem Tipps und Tricks welcher Rollator am besten zu Ihnen passt, welche Höhe er haben sollte und welches die besten Rollatoren unter 100 Euro auf dem Markt sind.

Für eine individuelle Beratung und wertvolle Tipps besuchen Sie gerne unseren Mobilitätsberater. Der Berater wurde in Zusammenarbeit mit Pflegefachkräften, Physiotherapeuten und verschiedenen Beratungsstellen entwickelt.

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