Ursachen, Arten und Folgen von Krampfadern

Krampfadern sind extrem geweitete Venen

Der Begriff Krampfadern ist etwas irreführend. Venen besitzen keine eigene Muskulatur und können daher auch nicht verkrampfen. Der Begriff entstammt dem althochhochdeutschen Wort „krimpfan“, d. i. krümmen, und bezeichnet lediglich die Erscheinungsform der betroffenen Blutgefäße. In der medizinischen Fachsprache werden Krampfadern als Varizen, Varikose oder Varikosis bezeichnet.
Krampfadern sind Erweiterungen und Aussackungen der oberflächlichen Venen, in denen der Blutfluss erheblich gestört ist. Die erweiterten Venen bilden Verästelungen, Schlängelungen, Knäuel und Ausstülpungen, die unter der Haut sichtbar sind.

Prinzipiell können Krampfadern an verschiedenen Körperstellen auftreten, am häufigsten sind jedoch die Beinvenen betroffen, da sich in ihnen ständig die größte Blutmenge im System des menschlichen Kreislaufs befindet. Mehr zum Themenkomplex Venenleiden können Sie unter anderem in den Artikeln Die Funktion unserer Venen und Erkrankungen der Venen nachlesen.

Ursachen und Arten von Krampfadern

Krampfadern entstehen, wenn der Rückfluss des Blutes aus den Venen in den Herz-Lungen-Kreislauf gestört ist. Durch den anhaltenden Blutstau wird die Funktion der Venenklappen, die den Blutfluss in den Venen regulieren, beeinträchtigt. Die Venenwände werden überdehnt und können schließlich aussacken. In der Medizin wird zwischen primären und sekundären Krampfadern unterschieden.

Sekundäre Varizen sind durch eine Vorerkrankung erworbene Krampfadern. Meistens handelt es sich dabei um ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen (Beinvenenthrombose), das den Rückstau des Blutes in den oberflächlichen Beinvenen verursacht und den Blutrückfluss behindert. Sekundäre Varizen treten seltener auf als primäre Krampfadern.

Die häufigste Form (ca. 70%) einer Varikose sind primäre Krampfadern. Die Ursachen dafür sind noch weitgehend unbekannt. Als bekannte Ursache wird eine angeborene Schwäche des Bindegewebes und die damit verbundene Beschaffenheit der Venenwände genannt. Eine Bindegewebsschwäche führt nicht zwangsläufig zur Ausbildung von Krampfadern, erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, Krampfadern zu bekommen. Die hormonellen Umstellungen im Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen die Blutbildung, das Bindegewebe und die Gefäßwände und begünstigen während der Schwangerschaft eine Neigung zu Krampfadern. Lesen Sie dazu auch unseren Magazinartikel zu Thema Schwangerschaft.

Es gibt allerdings bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung von Krampfadern fördern. In Erster Linie ist hier Bewegungsmangel zu nennen, weil der Blutfluss in den Venen ausschließlich durch Muskelaktivität bewirkt wird. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht und Rauchen. Übergewicht verstärkt durch den erhöhten Druck auf die Blutgefäße die Gefahr von Stauungen in den Venen, die Inhaltsstoffe von Tabakrauch schwächen und schädigen die Venenwände zusätzlich. Zudem verursachen Übergewicht und Rauchen schädliche Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden der Arterien.

Krampfadern werden je nach Lage und Form unterschieden in:

  • Stammvenen- und Seitenast-Varizen:
    Diese Art der Varikosis kommt am häufigsten vor. Es handelt sich um Krampfadern der großen und mittelgroßen Venen.
  • Perforans-Varizen:
    Perforansvenen verbinden die oberflächlichen Venen mit den tiefen Beinvenen. Wenn sich diese Verbindungsvenen ausdehnen und aussacken, spricht man von Perforans-Varizen.
  • Retikuläre Varizen/Besenreiser:
    Als retikuläre Varizen werden sehr kleine, als Besenreiser die kleinsten Krampfadern der Beine bezeichnet. Beide Arten gelten als harmlos, können jedoch ein Hinweis auf eine Venenschwäche sein.

Beschwerden und mögliche Folgeerkrankungen von Krampfadern

Krampfadern verursachen selbst keine Beschwerden oder Schmerzen. Langfristig können sie jedoch sehr unangenehme Beschwerden und auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen.
Die durch Krampfadern behinderte Blutzirkulation führt dazu, dass Abbauprodukte des Stoffwechsels nicht ausreichend weitertransportiert und ausgetauscht werden können. Durch die permanent überdehnten Venenwände tritt vermehrt Flüssigkeit aus. Diese Störungen können Juckreiz, Ödeme und Muskelkrämpfe verursachen. Außerdem kann in einer Krampfader eine Entzündung (Varikophlebitis) entstehen, die sehr schmerzhaft ist.
Werden diese Symptome nicht behandelt, kann es als Langzeitfolge zu einer chronischen Hautschädigung kommen, dem sogenannten „offenen Bein“ (Ulcus cruris) kommen.
Krampfadern treten nicht nur als Folge einer Thrombose auf, sie erhöhen auch das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken.

Erfahren Sie in unserem nächsten Artikel „Behandlung von Krampfadern„, welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Krampfadern gibt.

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