Sicherheit im Wohnzimmer

Sicherheit im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer als sichere Wohlfühloase

Das Wohnzimmer stellt in vielen Haushalten das Herz der ganzen Wohnung dar. Es ist ein Raum in dem nicht selten die meiste Zeit des Tages verbracht wird, um bequem auf dem Sofa oder in einem Sessel zu sitzen, zu lesen oder fernzusehen. Freunde, Bekannte und Verwandte werden häufig in diesem Raum empfangen. Doch resultieren aus den ersten körperlichen Beschwerden auch die ersten Probleme und die Sturzgefahr steigt. Mit der Angst im Hinterkopf, aus seinem zu niedrigen Fernsehsessel nicht mehr aufstehen zu können, lässt sich ein Film nur noch halb so gut genießen. Der Gang vom Sofa zur Toilette wird zu einem wahren Hindernislauf und birgt viele Sturzgefahren durch herumstehende Möbel, gefährliche Tisch- und Regalkanten oder herumliegende Teppiche. Auch das Aufheben der heruntergefallenen Stricknadel oder der Fernbedienung stellt eine Herausforderung dar, fordert körperliche Höchstleistung und ruft nicht selten gefährliche Situationen hervor.

Platz schaffen – der erste Schritt um Stürze zu verhindern

Stolperfallen müssen beseitigt werden, um Stürzen vorzubeugen. Dazu gilt vor allem die Devise „weniger ist oft mehr“. Das bedeutet, dass Möbelstücke, die überflüssig sind, aus dem Wohnzimmer entfernt werden sollten, auch wenn die Trennung manchmal schwerfällt. Insbesondere wenn sie eine Gehhilfe gebrauchen, sollten alle Wege im Wohnzimmer gut passierbar sein. Überlegen sie auf welchem Sessel sie wirklich sitzen und ob das Sofa stattdessen weichen könnte. Die gleichen Gedanken sollten Sie sich über ihre Regale und Schränke machen. Vielleicht kann durch das Umräumen und Aussortieren einiger Dinge ein Regal oder ein Schrank abgebaut und so Freiraum geschaffen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Sturzprophylaxe im Wohnzimmer ist die ideale Erreichbarkeit aller Möbelstücke des Raumes. Sie sollten ohne Behinderungen durch andere Möbel, Sessel, Sofa, Esstisch und auch die Schränke erreichen können. Außerdem sollten die Fenster freistehen, um das Öffnen und Schließen zu erleichtern.

Zu einer besseren Erreichbarkeit der einzelnen Möbelstücke trägt auch der Verzicht von Teppichen und Läufern bei. Diese sind gefährliche Stolperfallen und sollten, wenn auf sie nicht verzichtet werden kann, mit Hilfe von Antirutschmatten gut am Fußboden befestigt werden. Auch Telefonkabel sollten entweder gut und stolpersicher durch Kabelkanäle verlegt oder das Kabeltelefon durch ein schnurloses Telefon ersetzt werden, um die Sturzgefahr zu minimieren.

Mehr Sicherheit durch erhöhte Möbel

Lässt die körperliche Mobilität nach, wird das Aufstehen aus dem Lieblingssessel zur Geduldsprobe und fordert Senioren zu Höchstleistungen heraus. Deshalb sollte zur Sturzprophylaxe beim Kauf von Sitzmöbeln darauf geachtet werden, dass diese eine angemessene Höhe haben, um das Aufstehen zu erleichtern. Ansonsten können Möbelerhöher eingesetzt werden. Diese werden unter den Füßen der Sitzgelegenheiten befestigt und bringen sie auf eine individuell angemessene Höhe. Vorsicht bei der Sitzerhöhung mit Decken und Kissen – diese erfüllen vielleicht ihren Zweck, verrutschen allerdings leicht und bergen weitere Sturzgefahren.

Wenn die Probleme beim Aufstehen größer werden, können portable Aufstehhilfen zur Unterstützung und Sicherheit beim Aufstehen auf vorhandene Möbelstücke montiert werden. Diese sind meist universal verwendbar und können für unterschiedliche Sitzgelegenheiten genutzt werden. Sie erleichtern das Aufstehen durch elektrisches Anheben.

Bei der Anschaffung neuer Möbel kann über den Kauf eines Aufstehsessels nachgedacht werden. Aufstehsessel gibt es von verschiedenen Herstellern mit ganz unterschiedlichen Funktionen. Bei der Auswahl sollte auf die individuellen Bedürfnisse geachtet und spätere Anpassungsmöglichkeiten nicht vernachlässigt werden. Dabei berücksichtigen die Hersteller unterschiedliche Einrichtungsstile und bieten eine große Auswahl unterschiedlicher Modell in verschiedenen Farben und Materialien.

Sturzgefahr verringern und Dinge leicht erreichbar machen

Je größer die Anstrengungen, die vorgenommen werden müssen, um bestimmte Dinge zu erreichen, desto größer ist die Sturzgefahr. Zur Sturzprophylaxe sollten zum Beispiel Fenstergriffe eine für Sie angemessene Höhe haben, damit das Öffnen und Schließen erleichtert wird. Bei der Planung eines altersgerechten Heimes, ist oft der Einbau von Spezialfenstern mit extra niedrigen Griffen sinnvoll. Ansonsten kann auch eine Fenstergriffverlängerung, die nachträglich angebracht wird, hilfreich sein.

Es sollte darauf geachtet werden, dass es neben dem Lieblingsplatz im Wohnzimmer eine Ablagefläche gibt, auf der Wasserglas, Telefon etc. abgelegt werden können. Außerdem sollten dort Dinge des täglichen Gebrauchs, wie zum Beispiel Zeitschriften, Handarbeitsmaterial, die Fernbedienung oder auch Ihre Wasserflasche einen festen Platz erhalten, um unnötiges Suchen und Aufstehen zu vermeiden. Sollte Ihnen doch einmal etwas runterfallen oder Ihr Sessel die Position geändert haben, gibt es für diese kleinen Dinge Greifhilfen . Diese wirken wie eine Armverlängerung und helfen beim Greifen von Dingen die für Sie ohne Aufstehen unerreichbar sind.

Falls doch einmal etwas passiert, sollten Sie Ihr Telefon immer griffbereit haben. Gegebenenfalls sollte sich neben dem Kabeltelefon eine schnurlose Variante zugelegt oder ein Notrufsystem installiert werden. Weitere Informationen zu Notrufsystemen finden Sie auch auf unserer Seite Hausnotruf.

Checkliste: Sturzprophylaxe im Wohnzimmer

  • Meine Sitzgelegenheiten sind alle auf einer angemessenen Höhe
  • Ich habe bei Bedarf Aufstehhilfen installiertv
  • „Weniger ist mehr“ – Alle unnötigen Möbel habe ich aus dem Raum entfernt
  • Ich kann alle Möbel leicht erreichen
  • Alle Teppiche und Läufer wurden weggeräumt oder gut am Fußboden befestigt
  • Alle Kabel laufen durch Kabelkanäle und stellen keine Stolperfallen dar
  • Die Fenstergriffe sind gut erreichbar und auf der richtigen Höhe
  • Falls mir etwas runterfällt oder ich etwas verlege, habe ich eine Greifhilfe an meinem Lieblingsplatz.
  • Ich habe ein zweites Telefon oder ein Notrufsystem im Wohnzimmer installiert, um im Notfall jemanden erreichen zu können
  • Mein Wohnzimmer verfügt über eine gute Beleuchtung, sodass meine Augen geschont werden

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