Aktivierung oder Hilfsmittel?

Aktivierung oder Hilfsmittel?

Worauf sollte bei der Hilfsmittelnutzung geachtet werden?

Die Benutzung von Hilfsmitteln muss mitunter vorerst geübt oder erklärt werden. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, sind wir gerne für Sie da! Weiterhin gilt der Grundsatz, dass man nur zu Hilfsmitteln greifen sollte, wenn der Alltag ohne sie nicht mehr zu bewältigen ist. Dies wird leider häufig missachtet. Solange bestimmte Fähigkeiten noch vorhanden sind, sollte man diese nutzen und fördern. Der Bewegungsapparat zum Beispiel bleibt nur in Übung, wenn er genutzt und gefordert wird. Damit können Defizite auf natürliche Weise herausgezögert werden – selbstverständlich nur, wenn man es nicht übertreibt. So kann ein täglicher Gang mit dem Rollator z.B. den Bedarf nach einem Rollstuhl hinauszögern. Benutzt man aus Bequemlichkeit zu früh einen Rollstuhl, nimmt die Fähigkeit selbständig zu gehen schnell ab. Die Eigenständigkeit kann durch angenehme Unternehmung wie Seniorentreffen beibehalten werden, da diese häufig dazu motivieren, rauszugehen und sich zu bewegen. Außerdem ist es häufig für Betroffene angenehm, in Gesellschaft von denen zu sein, die die eigenen Probleme verstehen.

Sollte man deshalb möglichst lange auf Hilfsmittel verzichten?

Nein keinesfalls, da auch die zu späte oder falsche Anwendung von Hilfsmitteln negative Folgen haben kann! Bei einer stark ausgeprägten Gangunsicherheit sollten zum Beispiel weitreichendere Hilfsmittel verwendet werden als ein Gehstock, da die Sturzgefahr durch den Gehstock alleine nicht hinreichend minimiert werden würde. In diesem Fall ist ein Rollator wesentlich effektiver und wird den Anforderungen des Betroffenen besser gerecht.

Selbstverständlich ist es nicht sinnvoll, Hilfsmittel als Allheilmittel anzusehen. Menschen und Situationen sind sehr vielfältig und individuell. Deshalb gibt es viele Übergangsphasen, in denen sich die unterschiedlichsten Hilfsmittel als Unterstützung eignen. Eine umfassende Beratung kann hierzu bspw. bei Ihrer Pflegekasse erfolgen. Im Internet kann zusätzlich auf seriöse Anbieter zurückgegriffen werden, die eine qualitative Beratung anbieten. So bieten wir auf unserer Website beispielsweise den kostenlosen Produktberater und das kostenlose Mobilitäts-Magazin zur Aufklärung zum Thema an.

Tipps

Für Betroffene
Kommunikation ist alles! Auch wenn es Ihnen, als Betroffene/r vielleicht peinlich erscheinen mag: Es ist natürlich, dass sich unsere Fähigkeiten verändern. Warten Sie nicht zu lange damit, derartige Themen anzusprechen. So erhalten Sie sich die Fähigkeiten, die sie haben, durch frühes Angehen des „Problems“ und erhalten rechtzeitig geeignete Hilfe.

Für Betreuende
Zwingen Sie keinem Menschen etwas auf, was er nicht versteht oder nicht will. So lange es möglich ist, ist zu empfehlen sich mit den Gefühlen und Ängsten des Betroffenen auseinanderzusetzen und verständnisvoll zu reagieren.

Checkliste: Beweglichkeit steigern durch leichtes Training

  • Ich kommuniziere mit Vertrauten über meine Ängste
  • Ich versuche eine realistische Einschätzung meiner Leistungsfähigkeit zu wahren
  • Was ich kann, tue ich regelmäßig und trainiere und erhalte so meine Fähigkeiten
  • Bei den Dingen, bei denen ich Hilfsmittel oder andere Unterstützung benötige, sorge ich dafür, diese zu bekommen
  • Wenn ich merke, dass jemand vermutlich Unterstützung braucht, „falle ich nicht mit der Tür ins Haus“, sondern thematisiere meine Beobachtung vorsichtig

Sie haben Fragen, Anmerkungen oder eigene Erfahrungen zu diesem Thema?
Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit unter [email protected] oder nutzen Sie unser unten stehendes Kontaktformular.

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