Wieso treten Mobilitätseinschränkungen auf?

Gruende für Mobilitätseinschränkungen

Mobilitätseinschränkungen treten häufig als Folge eines Unfalls und den dabei entstandenen Verletzungen auf. Hier ist es charakteristisch, dass sich die Defizite auf ein Körperteil oder eine Fähigkeit beschränken, wie zum Beispiel das eingeschränkte Gehvermögen bei einem gebrochenen Fuß.

Doch gerade im Alter sind zumindest leichte, allgemeine Mobilitätseinbüßen meist unvermeidbar. Die Ursache hierfür können altersbedingte degenerative Prozesse in unserem Organismus, d.h. eine stetiger Abbau der Funktionalität während des Alterungsprozesses, sein. Wir kennen dieses Phänomen aus vielen Bereichen des Lebens: Wenn etwas lange genutzt wird, so ist es irgendwann abgenutzt. Durch Verschleiß in den Gelenken mindert sich der Bewegungsradius und Schmerzen nehmen zu, doch auch Muskelsteifigkeit schränkt die Mobilität im Alter zunehmend ein. Ein geschwächtes Herzkreislaufsystem führt dazu, dass wir bei langen und kräftezehrenden Tätigkeiten schneller schlappmachen. Zusätzlich schränkt die altersbedingte Abnahme an Gehirnfunktionalität die Schnelligkeit und Zielgenauigkeit von Bewegungsabläufen ein. Besonders geistige Inaktivität im Alltag beschleunigt diesen Prozess.

In der heutigen Gesellschaft sind auch ein ungesunder Lebensstil, also fettiges und zuckriges Essen und wenig Bewegung der Grund dafür, dass die Funktionseinheit unseres Körpers nicht mehr einwandfrei funktioniert und die Gelenke „einrosten“. Besonders im Alter führt zeitweilige Bettlägerigkeit – beispielsweise auf Grund eines Unfalls – und eine Schonhaltung danach zu Abbau von Muskelmasse und Minderung von Beweglichkeit, was dann schwer wieder aufzubauen ist.

Mobilitätseinschränkungen als Folge von Krankheiten

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass eine Mobilitätseinschränkung nicht nur eine „normale“ Alterserscheinung sein muss, sondern auch durch verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden kann. Daher sollte schon bei ersten Anzeichen von Gangunsicherheiten, abnehmender Körperkraft, eingeschränktem Bewegungsvermögen und geschwächter Feinmotorik immer zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden.

Krankheiten, welche häufig Bewegungseinschränkungen mit sich bringen sind:

Arthrose und Arthritis

Arthrose und Arthritis sind zwei verschiedene Krankheitsbilder, die oft fälschlicher Weise gleichgesetzt oder verwechselt werden. Dies liegt vermutlich daran, dass beide Phänomene ähnliche Symptome und Folgen hervorrufen. Schmerzen am Gelenk und im umliegenden Bereich treten nahezu immer auf; Gelenksteifigkeit und ein Spannungsgefühl plagt die Betroffenen vor allem morgens, gefolgt von Durchblutungsstörungen und Schwellungen. Dies schränkt den Bewegungsapparat des Betroffenen und damit die Mobilität ein.

Die Arthrose ist eines der häufigsten Gelenkleiden in unserer heutigen Gesellschaft. Sie hat einen Gelenkverschleiß zur Ursache und ist damit die Folge von über die Jahrzehnte abgenutzten Gelenken und somit häufig eine Alterserscheinung. Hier treten die Schmerzen überwiegend nach körperlicher Belastung und bei stoßartigen Bewegungen auf und sind meist stechend. Häufig sind auch ein Hitzegefühl in den Gelenken und eine Rötung der betroffenen Stelle zu beobachten. Die Folge ist, dass Bewegungen aufgrund der Schmerzen und der Gelenksteifigkeit nicht mehr ausgeführt werden können und der Bewegungsradius eingeschränkt ist. Behandelbar ist Arthrose je nach Lokalisation beispielsweise durch operative Maßnahmen, wie der Beseitigung einer Fehlstehlung, die für die Arthrose verantwortlich ist, einer vollständigen Gelenkversteifung oder im äußersten Fall der Einsatz einer Gelenkprothese. Medikamentös können die Symptome, also beispielsweise die Schmerzen, aber nicht die Ursache bekämpft werden. Indem man seine Gelenke schont, z.B. nicht auf hartem Untergrund läuft oder stoßartige Bewegungen vermeidet, kann der Krankheitsverlauf abgemildert werden. Dabei ist es wichtig, die betroffenen Gelenke zu entlasten. Moderater Sport ist wiederum hilfreich, da so die Durchblutung der Gelenkhaut gefördert wird und der schützende Knorpel wieder mit Nährstoffen versorgt werden kann. Auch macht Sport die Gelenke wieder geschmeidiger und durch den Aufbau von Muskel werden sie zusätzlich unterstützt. Eine einseitige Belastung einzelner Gelenke sollte jedoch vermieden werden.

Die Arthritis ist eine Krankheit, die von Gelenksentzündungen verursacht wird. Meist treten zunächst unspezifische Symptome, wie Müdigkeit oder Mangel an Appetit auf. Erst später kommen Schmerzen hinzu, weshalb die Krankheit meist in einem späten Stadium erkannt wird. Hier werden dann auch Gelenksteifigkeit und Schmerzen zum Problem, beides geht meist einher mit Schwellungen und Rötungen. Wie bei der Arthrose schränken die Symptome die Bewegungsfreiheit stark ein und bescheren einen Alltag mit Schmerzen. Während es bei der bakteriellen Arthritis mittels Antibiotika eine gute Chance auf Heilung gibt, können bei einer rheumatoiden Arthritis meist nur die Beschwerden gelindert werden.

Ob es sich im Einzelnen um eine Arthrose, eine Arthritis oder um etwas ganz anderes handelt, kann nur ein Arzt klären. Da beide Krankheitsbilder eine schnelle Reaktion erfordern ist es ratsam sich schon bei ersten Anzeichen ärztlichen Rat zu suchen.

Schlaganfall

Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Lähmungen sind nur wenige der Symptome, die bei einem Schlaganfall auftreten können. Die Erscheinungen treten sehr plötzlich auf und sind die Folge von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Diese rühren entweder von einem Riss eines Blutgefäßes oder dessen Verstopfung her, sodass der betroffene Gehirnbereich aufgrund von fehlender oder mangelnder Durchblutung zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe erhält und dadurch geschädigt wird. Je nachdem in welchem Bereich des Nervensystems die Durchblutungsstörung lokalisiert ist, betrifft der Schlaganfall verschiedene Körperbereiche und -funktionen. Daher kann es durch einen Schlaganfall kurzfristig oder dauerhaft zu Störungen des Bewegungsapparates und der Motorik kommen. Der Auslöser eines Schlaganfalls ist bisher nicht eindeutig bekannt und kann vielseitig sein, weshalb es schwer ist einem Schlaganfall zu entgehen. Bei steigendem Alter steigt jedoch das Schlaganfallsrisiko, ähnlich wie bei einer fettigen Ernährung und bei Rauchern. Bei einem unbehandelten Schlaganfall können sich die Folgen stetig verschlimmern, sodass man bei ersten Anzeichen, auch wenn die Symptome nur zeitweise auftreten, einen Arzt aufsuchen sollte.

Diabetes

Diabetes würde man auf den ersten Blick eher nicht als Ursache für Mobilitätseinschränkungen verantwortlich machen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel, was bei Diabetikern leicht passieren kann, negative Auswirkungen auf verschiedene Bereiche des Körpers hat, was auch ein eingeschränktes Bewegungsvermögen zur Folge haben kann. Erhöhte Zuckerwerte im Bindegewebe der Gelenke beispielsweise können dessen Struktur verändern und zu Gelenkbeschwerden führen, was zum Einen, wenn dies in den Händen passiert, die Motorik und zum Anderen auch die Fortbewegung behindern kann. Ein langfristig erhöhter Blutzuckerspiegel kann auch den Nervenenden schaden, da deren Blutversorgung durch Zucker-Ablagerungen oft beeinträchtigt ist. Dies kann zum Beispiel die Funktion der Organe dämmen und Taubheit in den betroffenen Gliedmaßen hervorrufen. Die gestörte Aktivität der Stoffwechselorgane führt dann häufig zu Kraftlosigkeit im Alltag; Taubheit etwa in den Füßen oder Händen kann zu Gangunsicherheiten und eingeschränkter Motorik führen. Durch die Nervenstörungen – im Zusammenhang mit den Durchblutungsstörungen – entsteht auch häufig ein Phänomen, dass sich „Diabetischer Fuß“ nennt. Dabei ist die Schmerzwahrnehmung beeinträchtigt und das Gewebe sehr empfindlich, sodass leicht Druckstellen und Verletzungen entstehen, die sich schnell entzünden, weil man sie möglicherweise zu spät wahrnimmt. Diese Folgeerkrankung des Diabetes schränkt die Bewegung der Füße und damit die Stabilität bei der Fortbewegung ein, da die Betroffenen unsicher auf den Füßen sind, und macht spezielles Schuhwerk unabdingbar.

Um derartige Folgen bei einer diabetischen Erkrankung zu vermeiden, sollte bei ersten Anzeichen der Zuckerkrankheit ein Arzt aufgesucht werden. Sollte die Diagnose bestätigt wurde ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel genau zu beobachten, um bei einer Überzuckerung schnell reagieren zu können. Wichtig zu wissen ist: Nervenstörungen können zunächst unbemerkt auftreten. Vorsorglich sollten Diabetiker sich diesbezüglich deshalb regelmäßig beim Arzt untersuchen lassen. Nur so können die Schädigungen der Nervenenden schnellstmöglich entdeckt und behandelt werden, um schlimmere Folgen zu vermeiden.

Demenz

Diese häufig im Alter auftretende Krankheit wird meist unter dem für viele Demenzarten typischem Gedächtnisverlust verallgemeinert. Schon im frühen Stadium kann die Krankheit jedoch weitreichendere Folgen haben. Da bei der Demenz selbst tief verwurzelte Vernetzungen in verschiedenen Teilen des Gehirns abgebaut werden, hat dies Auswirkungen auf verschiedene Eigenschaften des erkrankten Menschen. Daher kommt es nicht nur zu Gedächtnisstörungen und Gemütsschwankungen, sondern häufig auch zur Abnahme anderer Fähigkeiten wie zum Beispiel der Feinmotorik oder des Gehvermögens. Dies muss von den Betroffenen dann praktisch neu erlernt werden, was im Alter sehr mühsam ist. Um eine schnelle Abnahme der Mobilität zu verhindern ist es wichtig, das Gehirn ständig neuen Herausforderungen, wie z.B. Geschicklichkeitsübungen, auszusetzen, da geistige – genauso wie körperliche – Aktivität den Abbau im Gehirn verlangsamen kann. Demenzerkrankte sind mental meist sehr labil und angreifbar; um bei den Betroffenen nicht auf Ablehnung oder Frustration zu stoßen sollte man deshalb beim Umgang mit ihnen auf einiges achten. Lesen Sie mehr dazu in unserem Magazin zur Demenz.

Neben diesen häufiger auftretenden aber meist misslich gedeuteten Krankheiten gibt es noch Andere, die Mobilitätseinschränkungen verschiedenster Arten mit sich bringen können:

Osteoporose ist eine Stoffwechselkrankheit der Knochen, als Folge derer es zum Abbau an Knochenmasse kommt. Durch den Knochenschwund werden die Knochen instabil, geben dem Körper weniger Stabilität und brechen leichter. Besonders nach einem Knochenbruch falsch zusammengewachsene Knochen können chronische Schmerzen und Deformierungen verursachen und die Mobilität des Betroffenen einschränken.

Sarkopenie bezeichnet einen im Alter auftretenden Muskelschwund, der das normale Maß eines Alterungsprozessen überschneidet. Der Abbau von Muskelmasse hat die Abnahme von Körperkraft zur Folge, was Gangunsicherheiten hervorruft und sich auch in anderer Hinsicht negativ auf die Mobilität des Betroffenen auswirkt. Zur Vorbeugung der Sarkopenie und zur Therapie sind Übungen zum Muskelaufbau besonders wichtig.

Arteriosklerose bezeichnet die Verkalkung von Arterien. Arterien versorgen den gesamten Körper mit sauerstoffreichem Blut. Als Folge von Kalkablagerungen der Gefäße ist die Blutzufuhr gestört, wodurch es zu Durchblutungsstörungen kommen kann. In den Beinen etwa, spürt man so beispielsweise schon nach kurzen Gehstrecken starke Muskelschmerzen. Passiert es in den Herzkranzgefäßen wird die Funktion des Herzkreislaufsystems gestört. Als Folge fühlt man sich schwach und es kommt zu einem Engegefühl in der Brust. Schlimmstenfalls verschiebt sich die Verkalkung in das Herz, die Lunge oder das Gehirn und verursacht einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall. Um dies zu vermeiden sollte eine Arteriosklerose schnellstmöglich diagnostiziert und behandelt werden.

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