Mobilität – Mehr als nur das Gehvermögen

Arten von Mobilitätseinschränkungen

Im Alter holt es uns fast alle ein, das schleichende Gefühl, dass nicht mehr alles so funktioniert wie es sollte. Neben anderen Alterserscheinungen, wie abnehmendem Hör- und Sehvermögen, erleiden viele beim Älterwerden schnell Mobilitätseinschränkungen. Die ersten Anzeichen sind meist eine leichte Anstrengung beim Erheben aus einem Sessel nach längerem Sitzen und die abnehmende Kraft, welche sich beispielsweise beim Öffnen von Konserven bemerkbar macht. Auch Gangunsicherheiten gehören dann meist schon zum Alltag. Der Bereich der Mobilität ist viel umfassender als im Allgemeinen angenommen. Es gehört nicht nur die Fähigkeit sich selbstständig von Ort zu Ort zu bewegen zur Mobilität, sondern sie umfasst ebenso andere Funktionen wie zum Beispiel die Beweglichkeit, die Greifsicherheit und Feinmotorik sowie die allgemeine Körperkraft.

Besonders gravierend und als Lebensumbruch erscheint vielen dennoch die Abnahme des Gehvermögens. Wenn zu Beginn lediglich ein Haltegriff hier und da oder stützende Schuhe die Gangunsicherheiten ausgleichen können, so ist dies meist noch zu verkraften. Mit fortschreitender Mobilitätsabnahme jedoch wird der Ortswechsel immer schwerer und ist ohne Hilfe von Pflegenden oder Verwandten praktisch nicht mehr möglich. Hier sind der Einsatz eines Rollators und später eines Rollstuhls oder Elektromobils unabdingbar, auch wenn diese den gewohnten Bewegungsradius einschränken. In diesem Stadium der Geheinschränkung wird auch die Durchführung von Gegenmaßnahmen gegen eine weiteren Abnahme mittels Bewegung und Kraftaufbau immer schwieriger.

Dass der Bewegungsradius abnimmt merken die meisten zunächst beim Ankleiden. Besonders das Bücken und wieder Aufrichten um Schuhe an- und auszuziehen wird zum Problem, aber auch das Greifen nach hinten, um beispielsweise eine Jacke anzuziehen, ist nicht mehr ohne Weiteres möglich. Auch, wenn die Einschränkungen von Betroffenen zunächst oft als nebensächlich und „nicht so schlimm“ abgetan werden, machen sich schnell Probleme im Alltag bemerkbar. Sobald man in der Küche die oberen Schränke nicht mehr erreicht, sich nicht selbstständig den Rücken eincremen kann und Hilfe beim Anziehen der Socken braucht, merkt man, wie sehr der Alltag darunter leidet.

Auch die Körperkraft ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilität. Sobald es Defizite in der Kraft gibt, geht die mit einer herabgesetzten Selbstständigkeit einher. Nicht nur das Erheben aus tiefen Sesseln oder dem Bett sind hier ein Thema, sondern auch beispielsweise langes Stehen am Stück oder längeres Sitzen auf unbequemen Flächen. Dies hängt im Wesentlichen mit der Körperspannung zusammen. Wenn diese verloren geht ist der Körper schlapp und schnell ausgelaugt, was sich auf die Körperkraft und auf die Vitalität im Alltag auswirkt, da die genannten Tätigkeiten mit einem hohen Maß an Anstrengung verbunden sind. Wichtige Körperteile, an denen man Kraftdefizite besonders gravierend im Alltag zu spüren bekommt sind die Arme und Hände. Dies fängt beim Gang zum Supermarkt an, bei dem das Tragen der Einkäufe Probleme macht und zieht sich bis hin zum Öffnen von Behältnisse in der heimischen Küche.

Besonders im Alter leiden viele Menschen an fehlender Konzentration, Zitterigkeit oder Gelenkversteifungen, was – unter anderem – zu Greifungenauigkeit und Störungen der Feinmotorik führen kann. Dies erschwert tägliche Aufgaben wie das Zuknöpfen eines Hemdes oder das Aufschließen der Haustür. Zum Einen wird beispielsweise das Schlüsselloch einfach nicht getroffen, zum Anderen sind die Hände nicht mehr in der Lage die akkurate Arbeit durchzuführen. Dies führt dazu, dass nur noch griffige und größere Gegenstände richtig gegriffen und sinnvoll genutzt werden können.

Alle diese Bereiche sind Teil des Themas Mobilität. Bei altersbedingten Mobilitätseinbüßen sollte schon bei ersten Anzeichen zu Einschränkungen in einem dieser Bereiche mit Präventionsmaßnahmen gegen eine fortschreitende Mobilitätsabnahme vorgegangen werden, da hier ein Symptom nicht lange auf das nächste Warten lässt. Informationen zu geeigneten Vorgehensweisen finden Sie in dem Artikel zur Prävention.

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